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Gesundheitsamt Hansestadt LÜBECK
Beratungsstelle für Sexuelle Gesundheit und AIDS
1985 wurde mit AIDS das öffentliche Gesundheitswesen vor eine neue Herausforderung gestellt. Da die gesamte sexuell aktive Bevölkerung gefährdet war, musste man neue Wege finden, um die Ausbreitung dieser damals in kurzer Zeit tödlich verlaufenden Infektion zu verhindern. Ein Paradigmenwechsel fand statt, indem ein niedrigschwelliges Angebot in sämtlichen Gesundheitsämtern eingerichtet wurde. Es konnten im Gesundheitsamt Lübeck schon 1985 aufgrund eines Erlasses der Landesregierung die ersten anonymen und kostenlosen HIV-Teste, damals nur für homosexuelle bzw. sich prostituierende Personen, angeboten werden. Am 1. Februar 1988 wurde eine anonyme AIDS-Beratungsstelle im Rahmen eines Bundesmodells am hiesigen Gesundheitsamt eingerichtet.
Lübeck ist, wie wohl alle Hafenstädte, seit jeher ein wichtiges regionales Zentrum für Prostitution. Die Untersuchung von Prostituierten ist seit 1943 eine Aufgabe des Gesundheitsamtes Lübeck. Prostituierte wurden auf Grund des Geschlechtskrankengesetzes als ansteckungsverdächtig gesehen und mussten deshalb Untersuchungen zu Gonorrhoe und Syphilis erdulden, wenn sie ihre Tätigkeit ausüben wollten. Das Testangebot für den Nachweis einer Infektion des Humane Immunschwäche-Virus (HIV) wurde von den Frauen gerne angenommen und ist seit jeher immer nur anonym durchgeführt worden.
Mit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 ( IfSG ) trat das Geschlechtskrankengesetz von 1953 außer Kraft. Neu ist jetzt, dass keine Untersuchungspflicht mehr für Prostituierte besteht. Da nun beide Beratungsstellen auf anonymer und freiwilliger Basis arbeiten, lag es nahe, sie zu einer zusammenzulegen.
Der HIV-Test für die Allgemeinbevölkerung wird an zwei Terminen in der Woche anonym und kostengünstig angeboten. An einem Termin in der Woche steht ein Frauenarzt für die gynäkologischen Sprechstunde den Prostituierten zur Verfügung, der die Untersuchungen zu den aktuellen Infektionen vornimmt und gegebenenfalls auch Therapie anbietet. Das im Jahr 2002 neu entwickelte Konzept wurde finanziell von der Possehlstiftung unterstützt. Die Prostituierten nehmen das neue Angebot gerne in Anspruch.
Nach den ersten Jahren der AIDS-Hysterie wurden seit 1992 sukzessiv Stellen im HIV-Bereich abgebaut. Aus 5,25 MitarbeiterInnen-Stellen in 1991 wurden 1,5 Mitarbeiterinnen-Stellen in 2001. Diese Einsparung hat zur Folge, dass wir den Umfang unseres Angebotes reduzieren mussten. Anfragen von Schulen leiten wir daher an die Lübecker AIDS-Hilfe weiter. Auch können wir die sehr zeitaufwendige Öffentlichkeitsarbeit nur noch in begrenztem Maß anbieten.
Wir freuen uns über die inzwischen seit über zwei Jahrzehnten bestehende gute Zusammenarbeit mit der Lübecker AIDS-Hilfe und den anderen im HIV-Bereich tätigen Institutionen. Die Arbeit mit den engagierten haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist durch Zuverlässigkeit, Offenheit und Respekt geprägt.
Gesundheitsamt Lübeck
Sophienstr. 2 – 8
Zimmer 1.69 und 1.73
23560 Lübeck
Tel.: 0451 122-5370 und 122-5327
HIV-Test für Allgemeinbevölkerung:
Dienstag 9.00-12.00 Uhr
Donnerstag 15.00-17.00 Uhr
www.luebeck.de/bewohner/buergerservice/lvw/leistungen/index.html?lid=104
AIDS-Pflege Lübeck
Die AIDS-Pflege Lübeck besteht seit 20 Jahren. Sie entstammt dem ehemaligen Modellprojekt "Ausbau ambulanter Hilfen für Menschen mit HIV und AIDS im Rahmen von Sozialstationen". 1992 wurde aus dem Modellprojekt die 'AIDS-Pflege Lübeck', die heute von der Hansestadt Lübeck finanziert wird und seit 2004 unter der Trägerschaft der DRK-Schwesternschaft Lübeck e.V. steht. In der AIDS-Pflege Lübeck sind zurzeit 3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt, die sich eine knappe Vollzeitstelle teilen und die ausschließlich in Lübeck tätig sind.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AIDS-Pflege Lübeck beraten, begleiten und pflegen HIV-positive und an AIDS-erkrankte Menschen sowie deren An- und Zugehörige. Sie organisieren und koordinieren ambulante Hilfen und bieten Fortbildungen und Seminare für Pflegekräfte, Auszubildende der Pflegeschulen und weitere Interessierte an.
Die AIDS-Pflege Lübeck ist, wie das Gesundheitsamt und die Lübecker AIDS-Hilfe, Bestandteil des Arbeitskreises AIDS in Lübeck. Gemeinsam werden hier Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen der Prävention für Jugendliche und junge Erwachsene durchgeführt.
Gern erinnern wir uns an gemeinsame Aktionen, wie z.B. Reisen nach Oberstdorf, Ibiza und Mallorca, Präventionsveranstaltungen, die Gründung des Trägervereins für Wohnprojekte sowie gemeinsame KlientInnenbegleitungen. Ohne die Arbeit der Lübecker AIDS-Hilfe wären so manche Aktionen nicht durchführbar gewesen. Wir danken für die jahrelange gute Zusammenarbeit und wünschen uns für die Zukunft noch viele weitere gemeinsame Aktionen für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger von Lübeck.
Petra Heidkamp und Jörg Kuch
AIDS-Pflege Lübeck
Hansestr. 24-26
23558 Lübeck
Tel.: 0451 43 999
aids-pflege-luebeck@gmx.de
www.aids-pflege-luebeck.privat.t-online.de
Sprechzeiten: Mo, Mi, u. Fr von 10.00 – 12.00 Uhr und nach tel. Vereinbarung