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Lübecker AIDS-Hilfe e.V.

PrEP – jetzt auch in Lübeck!

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Auf der Themenseite der Deutschen AIDS-Hilfe findest du umfassend alle allgemeinen Informationen zur HIV-PrEP.

Hier beantworten wir dir wichtigsten Fragen, wenn du die PrEP in Lübeck haben möchtest.
Die PrEP kannst du dir in Schleswig-Holstein bisher nur in Kiel, Heide und Lübeck verschreiben lassen.
Daher gelten diese Antworten für dich auch, wenn du in der Umgebung von Lübeck wohnst!

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PrEP steht für Prä-Expositions-Prophylaxe. Die PrEP ist ein HIV-Medikament, das man vorbeugend einnehmen kann, um sich vor HIV zu schützen. Seit September 2019 ist die PrEP eine Kassenleistung, das heißt, dass die Kosten für gesetzlich Versicherte von den Krankenkassen übernommen werden.
➜ Männer, die Sex mit Männern haben, oder trans* Personen, die
→ in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten und/oder
→ voraussichtlich in den kommenden Monaten Analverkehr ohne Kondom haben und/oder
→ in den zwölf Monaten vor der Beratung zur PrEP-Verschreibung eine Geschlechtskrankheit hatten
➜ Partner*innen von Menschen mit HIV, bei denen HIV noch sexuell übertragbar ist (das heißt, die Zahl der HIV-Viren im Blut liegt nicht seit mindestens sechs Monaten unter 200 RNA-Kopien/ml Blutplasma)
➜ intravenös Drogen konsumierende Personen, die keine sterilen Spritzbestecke verwenden, zum Beispiel, weil sie im Gefängnis keinen Zugang dazu haben (nach individueller Prüfung)
➜ Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partner*innen haben, bei denen eine nicht diagnostizierte und damit nicht behandelte HIV-Infektion wahrscheinlich ist, zum Beispiel bei sexuellen Kontakten mit Menschen aus besonders von HIV betroffenen Gruppen (nach individueller Prüfung).
Bei richtiger Anwendung schützt die PrEP so gut vor HIV wie Kondome und Schutz durch Therapie.
In extrem seltenen Fällen sind die übertragenen Viren schon gegen das PrEP-Medikament resistent. Dann kann es trotz korrekter PrEP-Anwendung zu einer Ansteckung kommen. Weltweit sind bisher aber nur eine Handvoll solcher Fälle bekannt geworden.
Rund um die PrEP gibt es viele Mythen aber auch Vorurteile. Antworten auf deine individuellen Fragen zur PrEP sind im Internet oftmals nur schwer zu finden. Wenn du dir unsicher bist, ob die PrEP als Schutz vor HIV für dich in Frage kommt, kannst du dich bei uns beraten lassen. In einem Gespräch erarbeiten wir deine persönlichen Vor- und Nachteile zur PrEP raus und helfen dir so, eine stimmige Entscheidung für dich zu treffen. Unter der Telefonnummer 0451 – 72551 kannst du dir einen Termin zu einem Beratungsgespräch geben lassen. Termine sind oftmals auch sehr kurzfristig zu bekommen.
Die PrEP kann nur von Ärzt*innen verschrieben werden, die sich mit der Behandlung von HIV-Patient*innen und/oder mit der PrEP auskennen. In Lübeck sind das die Ärzt*innen der Infektionsambulanz des UKSH. Unter 0451 500-44196 kannst du dir einen Termin geben lassen.
Zu dem vereinbarten Termin musst du eine Überweisung von deinem Hausarzt oder einem anderen Facharzt mitbringen. Auf der Überweisung sollte eindeutig „PrEP-Indikation“ stehen.
Da wegen Corona der Zugang zum UKSH zurzeit streng geregelt ist, solltest du rechtzeitig vor deinem Termin vor Ort sein.
Zunächst bekommst du in einem Gespräch die wichtigsten medizinischen Informationen über die PrEP, z.B. die Nebenwirkungen, den Einnahmemodus usw. mitgeteilt. Damit du die PrEP verschrieben bekommen kannst, muss sichergestellt sein, dass du HIV-negativ bist, auch solltest du keine andere sexuell übertragbare Infektion haben.
Dafür werden dir Blut und Abstriche abgenommen.
Die Kosten für die Medikamente und die nötigen Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die privaten Krankenkassen haben eigene Regelungen.
Wer die HIV-PrEP nicht von seiner Krankenversicherung finanziert bekommt, kann sie sich auf Privatrezept verschreiben lassen. Der Arzt oder die Ärztin geht dafür eine Checkliste durch und händigt eine Informationsbroschüre für Patient*innen aus.
Wenn du privat versichert bist, solltest du vorher mit deiner Krankenkasse sprechen, ob die Kasse die Kosten für die PrEP übernehmen wird. Die Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) hat mit den Privaten Krankenkassen einen Rahmenvertrag zur PrEP eingeführt. Das heißt noch nicht, dass alle privaten Krankenversicherer dem folgen und das für alle Tarife gilt. Aber ein wichtiger Schritt ist für die Einführung der PrEP in den Leistungskatalog der Privaten gemacht. Die Rahmenvereinbarung gilt seit dem 1.12.2020
www.dagnae.de/2020/11/pkv-verband-und-dagnae-rahmenvereinbarung-zur-prep-in-der-pkv/